Nun zu meiner Geschichte:  Ich bin 1972 in Braunschweig geboren. Meine ganz persönliche Fotokarriere begann  allerdings erst so richtig im Jahr 2001. Ein ehemaliger Arbeitskollege, der  Hobbyfotograf war, hatte zu Hause ein kleines und vor allem analoges Fotolabor  betrieben. Dies hat mich so fasziniert, dass ich unbedingt wissen wollte wie das  alles funktioniert. Mit einer 30 Jahre alten Yashima Kamera und einem 50mm  Objektiv machte ich somit meine ersten Gehversuche, was das einstellen von  Verschlusszeit und Blende betraf. Es war zuweilen sehr deprimierend aber auch  unglaublich lehrreich, wie ich allerdings erst sehr viel später begriff.  Eher durch Zufall sind mir alte Fotos in die Hände gefallen, auf denen die  Bahnhöfe der längst stillgelegten Braunschweig-Schöninger Eisenbahn (BSE) zu sehen  waren. Aus reiner Neugier begann ich die Orte aufzusuchen und aus gleicher  Perspektive am selben Ort ein identisches Foto zu machen. Ein wenig in die Hände  gespielt hat mir dabei die Tatsache, dass fast alle ehemaligen BSE Bahnhöfe noch  immer existierten, nur eben heute als Privathäuser. Das war nicht nur aus  fotografischer Sicht eine sehr spannende Erfahrung. Zwischen den alten Fotos und  meinen Aufnahmen lagen 30 Jahre und es war nicht nur für mich höchst interessant  die Gegenüberstellungen zu betrachten.  Im Sommer 2003 fuhren wir mit Freunden in den Urlaub nach Österreich und ich hatte  für die üblichen Urlaubsbilder eine Analoge Automatikkamera dabei. Aber unsere  Freunde hatten bereits eine digitale Olympus mit 2,5 Mio Pixeln Bildauflösung und  fotografierten ständig alles, was ich im ersten Moment gar nicht verstanden habe,  weil ich ja nur maximal 36 Aufnahmen auf einen Film bekam. Fasziniert von den  Möglichkeiten, vor allem davon das Bild sofort zu sehen und nicht erst zwei wochen  später wenn ich es entwickelt hatte, kaufte ich mir jeder Vernunft zum Trotz die  gleiche Kamera kurz nach dem Urlaub.    Da die Bilder nun eh schon Digital waren kam ich auf die Idee meine Bahnhofsbilder  der BSE im Internet zu veröffentlichen und ein bisschen was dazu zu schreiben. Zu  dem Zeitpunkt war die Eisenbahn und damit verbundene Dokumentarfotografie noch  immer Hauptthema meiner fotografischen Arbeiten und es entstand eine wirklich  großartige Internetseite, über ein Teil der Braunschweiger Eisenbahngeschichte,  auf die ich noch heute Stolz bin.  Ganz oft war ich damals fotografisch auf alten und verlassenen Bahnanlagen  unterwegs, in alten Hallen, in denen bereits die Moose und Farne wucherten und in  denen es unglaublich still war. Diese Stille bei dieser Fotografie berührt mich  noch heute positiv. Diese Orte des vergangenen begeisterten mich immer mehr und  ich kam mit Leuten in Kontakt die nur solche Sachen fotografierten.   Allerdings und das war ein sehr entscheidener Schritt auf dem Weg meiner  fotografischen Entwicklung, nicht aus dokumentarischen Gründen, sondern des Fotos  wegen. Für mich war das ein einschneidendes Erlebnis, denn ich hatte diese Orte ja  immer nur aus rein dokumentarischen Gründen aufgesucht.   Plötzlich gab es da etwas anderes, ein Blatt an einer Fensterscheibe, ein Farn am  Fuß einer Gusseisernen Säule, ein Schild dessen Bedeutung schon lange Geschichte  ist. Namen und Zahlen einer längst vergangenen Zeit. Plötzlich begannen diese Orte  auf eine andere Art und Weise mit mir zu sprechen.Sie waren plötzlich unglaublich  bunt und voller Farben und Formen die ich vorher nie bemerkt habe.   Fortan verbrachte ich meine Freizeit in jeder irgendwie erreichbaren  Industriebrache oder sonstigen Ruine. Erstmals weg von der Eisenbahnfotografie.  Viele Ausflüge in die neuen Bundesländer und in alte verlassene VEB Betriebe haben  Unmengen an Speicherplatz auf meinen Festplatten belegt, denn in Braunschweig gab  es nicht mehr viele Industrieruinen. Es war nicht nur das Foto an sich, was mich  begeistert hat , sondern es war auch immer der Ort, das Verbotene, die Gefahr die  Ruinen zu betreten und immer wieder diese Ruhe, diese unglaubliche Ruhe. Ich  konnte mich stundenlang mit einem Motiv auseinander setzen, bis es genau so war  wie ich es wollte und es war dabei immer unglaublich ruhig und entspannend.  Zu der Zeit habe ich viel über Bildaufbau, Farben und Gestaltungsmöglichkeiten  gelernt. Über fotografische Regeln und darüber wie man sie bewusst bricht.Ich habe  viele interessante Menschen kennen gelernt und unglaublich tolle Erfahrungen  gesammelt.Fortan war ich nicht mehr ohne Kamera anzutreffen.   Ich persönlich mag anonyme Bilder nicht so  gerne, auch wenn sie noch so gut sind. Deshalb  möchte ich hier einmal erzählen wer ich bin  und wie es zu der Seite www.bsBild.de und  meinen Braunschweig Bildern gekommen ist.   Ich bin weder ausgebildeter Fotograf noch  Designer und ein Unternehmen oder eine Agentur  bin ich auch nicht. Fotografie und  Bildbearbeitung ist mein Hobby, das ich in  dieser hier gezeigten Form ausschließlich in  meiner Freizeit betreibe. Hinter www.bsBild.de  steckt „lediglich“ eine private Fotoseite,  welche aus einer Homepage, die ich nur für  meine Freunde und Familienmitglieder betrieben  habe entstanden ist.    Ich weiß heute nicht mehr genau was der ausschlaggebende Punkt war, aber  irgendwann wurde mir bewusst das ich mich fotografisch immer nur mit der  Vergangenheit beschäftigt habe. Egal ob nun aus dokumentarischer Sicht oder rein  fotografischer Sicht. Ich wollte mich weiter entwickeln und ich wollte Farbe, viel  mehr Farbe in meinen Bildern. Ich experimentierte in vielen Bereichen der  Fotografie und ich glaube es gibt nicht wirklich viel was ich noch nicht  mindestens einmal ausprobiert habe. Die meisten Themen waren mir allerdings alle  samt zu hektisch, ich mochte es nicht besonders wenn sich meine Fotoobjekte zu  schnell bewegen. Ob das nun Tiere, Menschen oder Fahrzeuge jeglicher Art waren.   Ich denke, dass mich die Stille und Ruhe in den verlassenen Gebäuden doch sehr  geprägt hat.   Ich stellte dann schnell fest, dass die Landschaftsfotografie genau das ist was  ich gesucht hatte und was mir wirklich am meisten Freude und Entspannung  bereitet.Ich hatte Ruhe, Farben und Weite! Besonders die Weite war es die mich  fotografisch begeisterte und die ich so vorher nie wahrgenommen habe und auch  nicht für mich als wichtig empfunden hatte.   Ich habe daraufhin einige wirklich großartige Fototouren unternommen, wobei ich  hier nur eine Reise an das Nordkap im Januar 2014 besonders erwähnen möchte. Dort  konnte ich erstmals die für mich wichtigsten Dinge bei der Fotografie vereinen,  Ruhe, Farben und Weite. Man muss es mögen aber es war für mich als  Innenstadtbewohner schon sehr beeindruckend mehrere Tage lang eine Küstenstraße  entlangzufahren und weniger Menschen anzutreffen, als mir sonst für gewöhnlich  beim Brötchen holen begegnen. Egal an welcher Stelle ich angehalten habe um mein  Stativ aufzubauen, es war still, bunt, weit und menschenleer.  Für gewöhnlich legten wir, ich war mit  einem sehr guten Freund unterwegs, kurz  nach dem Frühstück unsere Tagesetappe  fest und buchten über das Handy eine  Unterkunft für die kommende Nacht. Nach  einem wirklich großartigen Tag entlang  der Fjorde führte uns unser Weg nach  Narvik. Eigentlich wollte ich dort gar  nicht übernachten, da es sich bei dem Ort  um eine Industriestadt mit einem riesigen  Rangeierbahnhof und einer Erzverlade-  anlage im Stadtkern handelt. Ich hatte  nämlich noch vor das Nordlicht zu  fotografieren und bisher ergab sich  Wetter bedingt einfach keine Gelegenheit  dazu. Eine helle Stadt war nicht wirklich  das was diesem Plan zuträglich war.    Aber im Januar ist halt nicht überall eine Orts abgelegene Unterkunft zu bekommen.  So wollte es das Schicksal oder der Zufall, dass wir in einer kleinen wundervollen  Unterkunft oberhalb des Ortes landeten. Von der Straße aus konnte man nicht sehen  dass das Gebäude direkt an den Hang gebaut war und die Terrasse der Pension einen  unglaublichen Blick auf Narvik frei gab. Hier entstand das folgende Foto, aus dem  heraus für mich die Idee entstanden ist meine Heimatstadt Braunschweig genau so in  Szene zu setzten.Denn wenn eine Industriestadt wie Narvik in der Nacht so  großartig aussehen kann, dann muß das in einer Stadt wie Braunschweig erst recht   funktionieren.  In diesem Foto hat sich für mich alles  vereint. Ich hatte die Landschaft und das  Licht, die Farben und die Ruhe oberhalb  der Stadt. Und eine wirklich großartige  Inspiration. Am selben Abend hatten wir  dann noch das große Glück etwas außerhalb  der Stadt das Nordlicht zu fotografieren  und vor allem zu erleben. Manchmal ist es  nämlich auch ganz wichtig am schönsten  Spot die Kamera Kamera sein zu lassen und  “Fotos für die Seele zu machen” Ich nenne  es so, wenn ich einfach nur den Moment  auf mich wirken lasse. Ohne durch ein  Sucher zu schauen. Diese Nacht in Narvik  hat mich in vielerlei Hinsicht sehr  bewegt und ich denke meine Art zu  fotografieren sehr geprägt.Ich bin Dämmerung- und Nachtfotograf geworden und packe  meine Kamera meist erst aus, wenn andere sie einpacken.  Aber egal wo ich auch war, in einem benachbarten Bundesland, in einer anderen  Stadt oder in einem anderen Land, in Braunschweig fotografiere ich immer noch am  liebsten. Ich brauche irgendwie ein persönlichen Bezug zu den Dingen die ich in  Bildern festhalte. Auch das habe ich auf meinen Fototouren über mich selbst  gelernt. Seitdem fotografiere ich mit großer Leidenschaft  Braunschweig. Wobei ich  immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Perspektiven in meiner Heimatstadt bin,  die ich fotografisch umsetzten möchte. Ich finde nämlich Braunschweig ist viel  mehr als das was man auf den ersten Blick sieht und das möchte ich mir dieser  Seite zeigen. Mein Anspruch ist es, ganz bekannte Dinge der Stadt in einem anderen  Licht oder auch Blickwinkel zu zeigen. Meine größte Freude ist es, wenn ich mit  einem Braunschweig-Bild alt eingesessene Braunschweigerinnen und Braunschweiger  überraschen kann.  Da ich, wie anfangs bereits erwähnt, sehr an der Geschichte meiner Heimatstadt  interessiert bin und das nicht nur im Bereich der Eisenbahn, bin ich auf der  Plattform Facebook, einer Gruppe beigetreten, die sich “Braunschweig im Wandel der  Zeit” nennt. Eine wirklich großartige Community von über 2000 Mitgliedern (stand  Anfang 2015) die ein ausgesprochen höflichen Umgangston miteinander pflegt. Dort  geht es um alle möglichen Braunschweiger Themen. Die Fotografie ist dort eher das  Mittel zum Zweck. Aus diesem Grund habe ich genau dort damit begonnen, einige  meiner Bilder zu zeigen. Wie anfangs mit den Eisenbahnbildern wollte ich auch hier  anderen mit meiner Sicht auf Braunschweig eine Freude machen. Die unglaublich  positive Kritik die mir dort entgegengebracht wurde, war mein Antrieb diese Seite  www.bsBild.de ins Leben zu rufen und zu betreiben.    Ich bin selber sehr gespannt darauf, wie ich meine ganz persönliche Fotogeschichte  eins Tages an dieser Stelle weiter schreiben werde.Ich hoffe jedenfalls, dass ich  hiermit noch sehr viel mehr Menschen erreiche und euch meine Sicht auf unsere  schöne Stadt weiterhin so gut gefällt wie bisher.         Viele Grüße Marc  Wohnraumbeispiel  Über mich  Datenschutz Impressum AGB Fotografie Grafik Kontakt Über mich